Die Konservierung und Restaurierung zweier japanischer Holzpaneele

 

 

Gesamtaufnahme des Paneels des Meng Zong und Wang Xiang,Endzustand |Gestamtaufnahme des Paneels des Guo Ju, Endzustand

© Annemarie Huhn, mit freundlicher Genehmigung des Hamburger Museums für Völkerkunde

 

Im Besitz des Hamburger Museums für Völkerkunde befinden sich zwei japanische Holzpaneele, die drei Geschichten der insgesamt 24 Beispiele der kindlichen Pietät in geschnitzten Reliefs zeigen: Die kranke Mutter des Meng Zong verlangt im Winter nach Bambussprossen. Daraufhin bringen die Tränen Meng Zongs den Bambus zum Sprießen. Wang Xiang schmilzt mit seiner Körperwärme das Eis des Sees um Fische für seine Mutter zu fangen. Guo Ju will seinen eigenen Sohn begraben, um die Familie und seine Mutter ernähren zu können. Dabei findet er einen Goldschatz, der den Sohn und die Familie rettet. Als Wandschmuck in japanischen Tempeln waren die Paneele zwischen Wand und Decke montiert. Nebeneinander angeordnet gehörten die Paneele zu einem umlaufenden Fries.

 Herstellungstechnik

Die durchbrochene Schnitzerei besteht aus vielen verleimten Einzelelementen, die in mehreren Ebenen zusammengefügt sind. Diese Staffelung der Schnitzelemente führt zu einer wesentlichen Steigerung der Plastizität.

In der Gestaltung überwiegen Glanzvergoldungen gegenüber den Farbflächen im Unter- und Hintergrund. Bemerkenswert ist die Verzierungstechnik zur weiteren Gestaltung der Vergoldungen: Hierbei werden florale Muster freigelegt, indem das Blattgold bis auf eine schwarze Unterlegung durchgerieben wurde. Die Konturen des Musters blieben vergoldet stehen. Das vorherige Maskieren der Kontur schützte diese vermutlich vor dem Durchreiben.

Nahezu alle ursprünglich vergoldeten Flächen erfuhren zu einem späteren Zeitpunkt eine farbige Überfassung.   

 Erhaltungszustand

Das Schnitzwerk ist mehrfach gebrochen und Einzelelemente gelöst. Das vorrangige Schadensbild jedoch sind umfangreiche Fassungslockerungen und –verluste. Fassungsverluste reichten bis auf die Erstfassung, Vergoldung, Grundierung oder den Bildträger und erzeugten ein inhomogenes Erscheinungsbild. Durch diese optische Durchmischung von Erstfassung und Überfassung sowie sichtbaren Grundierungs- und Farbschichtfehlstellen waren die Gestaltungskonzepte beider Fassungen für den Betrachter schwer nachvollziehbar. Auch die Plastizität der Schnitzerei wurde hierdurch verunklärt.

 Konservierung und Restaurierung

Die Bearbeitung konzentrierte sich auf die Stabilisierung des Bildträgers und vor allem die Festigung der Fassung. Die Überfassung galt es als integraler Bestandteile der Objekte und wesentlicher Bestandteil der Objektgeschichte unbedingt zu erhalten. Das optische Zusammenwirken und gegenseitige Durchdringen von Erstfassung und Überfassung bleibt bestehen, jedoch wurde mit der Retusche ein homogenes Erscheinungsbild zu Gunsten der Bildaussage und der plastischen Wirkung geschaffen.

 

 Detail des Meng Zong im Vorzustand; Detail des Wang Xiang im Vorzustand; Detail der Frau des Guo Ju im Vorzustand

© Annemarie Huhn, mit freundlicher Genehmigung des Hamburger Museums für Völkerkunde

 

 

Auftraggeber: Staatlich Ethnologische Sammlungen Sachsen, Dresden (2008)

Eigentümer: Hamburger Museum für Völkerkunde

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